HomeProgrammDonnerstag, 29.05.14Elisabeth Lohninger & Phishbacher

Elisabeth Lohninger & Phishbacher

Datum: Donnerstag, 29.05.14
Ort: Gottschalksmühle
Uhrzeit: 19.30 Uhr

Elisabeth Lohninger & Phishbacher

Elisabeth Lohninger (voc)
Walter Fischbacher (p)
Goran Vujic (b)
Ulf Stricker (dr)

Die Sängerin Elisabeth Lohninger mit Phishbacher, einem Trio um den Pianisten Walter Fischbacher.  Die Wahl-New Yorkerin präsentiert ein Set emotionsgeladener Lieder. Ihre neuen Tracks „Hold On“,  eine Ode an das Durchhaltevermögen, und “In the Beginning”, gewidmet all jenen, die durch die Höhen und Tiefen einer langjährigen Beziehung gehen, werden mit solidem Groove und Coolness verphishbachert. Mit dabei sind der Bassist Goran Vujic sowie der Drummer Ulf Stricker.

Elisabeth Lohninger

Elisabeth LohningerIn einer Karriere, die sie von den Hängen der Österreichischen Alpen, wo sie als junges Mädchen Volkslieder sang, zu Jazzclubs, Konzerthallen und auf die Bühnen Internationaler Jazz Festivals führte, hat sich Elisabeth Lohninger als kraftvolles und seltenes Talent bewiesen. Auf ihrer neuesten CD, Songs Of Love And Destruction (1.9.2010, Lofish Music), bezaubert sie abermals ihre Zuhörer durch ihre intimen Interpretationen und Einsicht in die Liedertexte. Unterstützt wird sie dabei von einer All-Star Band, mit dem Pianisten Bruce Barth, Bassisten Evan Gregor und Schlagzeuger Jordan Perlson, und mit musikalischen Gästen Ingrid Jensen an der Trompete, Donny McCaslin am Tenorsaxophon und Christian Howes an der Violine. Geleitet von ihrer Liebe zu Pop, Jazz und ihren eigenen Kompositionen hat sie ein unaufdringliches jedoch tief emotionales Album zusammengestellt, das Liebe, um eine ihrer Singer-Songwriter-Idole zu zitieren, "from both sides now" ausleuchtet.

"Ich habe die Idee für dieses Album schon seit Jahren mit mir herumgetragen", sagt Lohninger. "Für mich sind Liebe und Zerstörung auf intimstem Niveau verbunden. Ich glaube, daß Liebe im modernen Sinn ein sehr zerbrechliches Konzept ist, das uns oft dazu verleitet, das zu zerstören, was wir am meisten lieben. Ich denke, daß es sehr oft unsere Angst vor dem Glücklichsein, unser Mangel an Selbst-Kenntnis und Akzeptanz sind, die uns zur Destruktivität führen. Manchmal, in einer intimen Beziehung, wenn wir glauben, das gefunden zu haben, was wir suchen, haben wir die Tendenz, den Spieß umzudrehen und nach Fehlern in der Beziehung zu suchen. Es ist auch sehr leicht für uns, einer zutiefst romantisierten Idee der Liebe zu verfallen, einer Idee, die von Generation zu Generation weitergegeben wird - der romantischen Vorstellung der "Braut in Weiss" etwa oder dem märchenhaften "glücklich und zufrieden bis ans Ende ihrer Tage" - und wir verfangen uns in Rollen, die nicht ehrlich und wahrhaft sind. Bei der Auswahl der Lieder für diese CD hatte ich den Titel immer im Hinterkopf; jedes Lied repräsentiert eine Vorstellung davon, wie wir lieben, Liebe verlieren, wie wir besessen, verzweifelt, glücklich, weise oder töricht sind im Kontext der Liebe."

Es gibt nichts, was Lohninger davon abhalten könnte, zur Essenz eines Liedes vorzudringen. Ihre klare, warme Altstimme zielt direkt auf das Herz der Liedtexte, mit geringer Verzierung und einer Menge Aufrichtigkeit und Subtilität. Ihre stilistische Bandbreite und emotionale Tiefe erlauben es ihr, Lieder unterschiedlichster Formen und Stile zu interpretieren. Sie handhabt die zitternde Vorahnung und Hoffnung von K.D. Lang´s "Save Me" und die Vitalität und Kraft des mit Latin-Jazz eingefärbten "La Puerta" mit genau so viel Leichtigkeit wie die wissende Ironie ihres eigenen Gospel-Blues Swing Songs "A Little Bit Tricky", oder die selbst-zerfleischende Verzweiflung von Joni Mitchell´s "River". Immer auserlesene Kontrolle über ihr Repertoire zeigend, kann sie einzelne Noten biegen oder mit Melodien spielen, ohne die wunderbare Grundmelodie unter ihrer subtilen Kunst zu verbergen. Der bekannte Beatles Song "Here There And Everywhere" wirkt durch einen muskulösen Latin Groove und Lohninger´s persönliche Interpretation der Melodie zwar verwandelt, behält aber seine trällernde Lyrik bei. Sie findet auch frische Zugänge zu Klassikern des Great American Songbook, wie mit dem Latin-gefärbten, medium tempo Arrangement von "Alone Together" von Dietz and Schwartz und der verheerenden, emotional entblösten Interpretation von "With Every Breath You Take" im Duett mit Bruce Barth. Neben ihren herausragenden Lied Interpretationen ist Lohninger auch eine elegante und fokusierte Improvisatorin. Ihr Solo in "Si Me Quieres" ersteht vom Herzen der Melodie bevor es seinen eigenen Weg geht.

Begleitet wird sie auf dem Album von einer erstklassigen Rhythmusgruppe, die inspirierend unterstützt und kreative Solos beisteuert. Pianist Bruce Barth zeigt eine beondere Verbindung mit ihr in ihrer Duett Version von "With Every Breath I Take" und soliert mit lyrischer Selbtvergessenheit in "if I Should Lose You". Bassist Gregor fügt empatische Untertöne in sein Duett mit Lohninger im ersten Teil von "I Fall In Love Too Easily" ein. Gast Trompeterin Ingrid Jensen´s warmer, delikater Ton harmoniert nahtlos mit Lohningers Stimme in deren Lied "Away And Away Again". Ihr Trompetensolo fügt "Save Me" eine durchdringende Schönheit hinzu. McCaslin bringt zusätzliche Kraft zu "Here There And Everywhere" und "La Puerta", wo seine Stakkato Phrasen mit Perlson´s Latin Groove zu steptanzen scheinen.

Aufgewachsen in einem kleinen Dorf in Österreich (Bevölkerung 25) begann Lohninger in Schul- und Kirchenchören zu singen. Im Alter von sechs Jahren formte sie mit ihren zwei Schwestern eine Gruppe, die sich auf österreichische Volksmusik konzentrierte und österreichweit auftrat. Ihre musikalische Neugier trieb sie bald in andere Richtungen und zum Studium von klassischer Musik und Jazz, das sie 1994 abschloss. Im selben Jahr zog Lohninger nach New York und hat in der Zwischenzeit sieben Alben veröffentlicht. Zusammen mit dem Pianisten Walter Fischbacher veröffentlichte sie Austrian LiedGood, eine Fusion aus Österreichischer Volksmusik und Jazz. Ihr Pop Solo Album, im Jahr 2000 unter dem Pseudonym Tera veröffentlicht, zeugt erneut von ihrer stilistischen Flexibilität. 2003 produzierten sie und Fishbacher IF, ein Album bestehend aus electronica Chill-out Tracks, die häufig in der Seifenoper "One Life To Live" zu hören waren. Ihr 2004 Album Beneath Your Surface (Lofish Music) mit Fischbacher, Steve Doyle und Hari Ganglberger bestand hauptsächlich aus ihren eigenen Jazzkompositionen, ebenso wie ihr 2006 Album The Only Way Out Is Up (Lofish), mit Fischbacher, Ganglberger und Bassist Chris Tarry. "Frech, frisch und waghalsig...präsentiert Elisabeth Lohninger... ein spannendes, vielschichtiges und emotional geladenes Album", schrebt Jaz improv Magazine. "Inspiriert durch stilistisch so vielvältige Einflüsse wie Jazz, Pop und Drum&Bass, gelingt es Frau Lohninger, eine atemberaubende, spannende Stimmung zu erzeugen."

Songs Of Love And Destruction konzentriert und fokusiert  Lohningers vielschichtige Erfahrung mit Jazz und Pop auf ihrem bislang emotional facettenreichsten und bemerkenswertesten Album.

www.lohninger.net

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