HomeProgrammMittwoch, 28.05.14New Interpretation of Komeda

New Interpretation of Komeda

Datum: Mittwoch, 28.05.14
Ort: Area 51
Uhrzeit: 20.00 Uhr

New Interpretation of Komeda by Kasia Bortnik
Feat. Adam Pieronczyk, Joachim Mencel

Kasia Bortnik

Kasia Bortnik (voc)
Joachim Mencel (p)
Adam Pieronczyk (sax)

Als Krzystof Komeda gerade auch in Hollywood bekannt geworden war, er hatte die Filmmusik für Polanskis „Rosemary´s Baby“ geschrieben, die für den Golden Globe nominiert wurde, starb er im Alter von 37 Jahren.

Der hünenhafte polnische Schriftsteller Marek Hlasko hatte ihn bei einem Saufgelage hochleben lassen und war dann ausgerutscht. Komeda schlug mit dem Kopf gegen eine Tischkannte und erlag an den Folgen einer Hirnblutung.

Bis zu diesem Zeitpunkt hatte der gelernte Hals-Nasen-Ohren-Arzt aus Posen schon eine steile Karriere hinter sich. War die Auseinandersetzung mit Bebop und Dixieland als Medizinstudent im Krakau der 1950er noch aufregend und ein Zeichen der Auflehnung gewesen, wurde sie nach ersten Erfolgen bald zu einer ernsthaften Passion. Innerhalb von nur zwölf Jahren, von 1956 bis 1969, nahm Komeda zahlreiche CD´s auf, besuchte Jazzfestivals in ganz Europa und komponierte die Musik zu 70 Filmen. Dabei waren große polnische dabei wie „Innocent Wizards“, „Départ“, „Die Fahne“ und „Rondo“ und Hollywood Produktionen wie eben Rosemarys Baby von Polanski oder Riot von Buzz Kulik.

Die Spannung bei Komeda liegt darin, „dass diese große Sympathie für die Avantgarde von einem Musiker gezeigt wird, der in Wirklichkeit zu Lyrik und Romantik tendiert“, schrieb der polnische Kritiker Adam Slawinski. Vielleicht war es dieser Widerspruch, der Komedas Kompositionen seine besondere Handschrift gab. Denn nicht nur als Filmmusikkomponist, sondern auch als Musiker war er überaus erfolgreich. Sein Jazz-Quintett, mit den beiden polnischen Musikern Tomasz Stanko und Zbigniew Namyslowski, dem deutschen Jazzbassist Gunter Lenz und dem schwedischen Schlagzeuger Rune Carlosson zählte in den 1960er Jahren zu den wichtigsten Jazz-Combos Europas. Willi Connover von der „Stimme Amerikas“ hielt es sogar für so bedeutend, dass er es auf den vierten Platz seiner Weltrangliste setzte. Aber noch etwas anderes wird bei der Zusammensetzung des Combos deutlich, dass charakteristisch für Komeda ist: er betrachtete sich nicht als Angehöriger einer bestimmten Nation, sondern als Europäer. Joachim Ernst Berendt, der als einer der wichtigsten Pioniere für die Verbreitung des Jazz in der Bundesrepublik gilt, setzt die Messlatte sogar noch etwas höher an: „Komeda war ein Mann voller Liebe. Voll Wärme und Menschlichkeit. Voll Geduld und Toleranz. Er war ein Pole, der Weltbürger geworden ist. Dies alles schwingt- und swingt- in seiner Musik“, schrieb er nach Komedas Tod im Jahr 1969.

 

Teilnehmende Musiker

Kasia Bortnik hat an der Folkwang Hochschule Essen Jazz-Gesang studiert. Seit der Mitgliedschaft in dem Landesjugend-Jazz-Orchester von 2000-2003 ist sie mit verschiedenen Bands international in Erscheinung getreten, u.a. „La Voce“ mit Norma Winston and Uli Beckerhoff, der Gruppe „Disguise“ und dem „Kasia Bortnik Trio“. Auf regionaler Ebene ist sie ein aktives Mitglied des Künstlerinitiative Kosmopolen e.V. und trat bei Veranstaltungen unter anderem bei dem polnischen Instituts Düsseldorf, dem Landtag Düsseldorf oder des WDR auf. Außer ihren eigenen Kompositionen, arrangierte sie Stücke des polnischen Liedermacher Marek Grechuta und schrieb Musik zu Gedichten des polnischen Lyrikers Julian Tuwim. www.kasiabortnik.com

Adam PieronczykAdam Pieronczyk ist der führende Saxophonspieler und einer der wichtigsten und kreativsten Musiker der heutigen Jazz Szene in Polen", schrieb ein Jazz-Kritiker in der Gazeta Wyborcza. Die Frankfurter Allgemeiner Zeitung nannte ihn "den Hoffnungsschimmer der osteuropäischen Jazz Szene". Er hat bereits zahlreiche Preise gewonnen, zuletzt wurde er von der Zeitschrift Jazz Forum unter Berücksichtigung seiner neuesten Platte"The Planet of Eternal Life" zum zehnten Mal als bester Sopransaxophonspieler des Jahres geehrt. Im Jahr 2011 wurde er für den polnischen Fryderyk Preis in fünf Kategorien nominiert. Er bekam ihn in den Kategorien "bester Jazzmusiker des Jahres" und "bestes Jazzalbum des Jahres".
Er spielte u.a. mit Gary Thomas, Greg Osby, Sam Rivers, Archie Shepp, Bobby McFerrin, Tomasz Stanko, Ted Curson, Anthony Cox, Joey Calderazzo, Leszek Mozdzer und tourte in Europa, Länder der ehemaligen Sowjetunion, Israel, Nordafrika, Lateinamerika und den U.S.A. www.adampieronczyk.com

Joachim MencelJoachim Mencel ist Pianist, Komponist, Dozent und Musikproduzent. Er ist Absolvent der Fakultät für Jazz und Unterhaltungsmusik der Musikakademie in Katowice (1991) und Mitbegründer der Band New Life`m. Er komponierte und arrangierte Songs für Ewa Bem (LP: "Kakadu"), Mieczysław Szcześniak, Nina Stiller, Anna Maria Jopek, Kaissy und Soundtracks für Filme, Ballet und Pantomime, wie z.B. die Jazzkantate "Love has explained everything to me" zu Texten von Karol Wojtyła. Er tourte u.a. mit seinem Trio LP: Interludium durch viele europäische, amerikanische und asiatische Länder. Er arbeitete mit Janusz Muniak, Andrzej Cudzich, Nigel Kennedy. Lee Konitz, Dino Saluzzi, Richard Galliano, Dave Liebman, David Friedman, Eddie Henderson, Ronnie Burrage, Charlie Mariano, Rufus Reid, Terry Clarke, Zbigniew Namysłowski, Vitold Rek, Jarek Śmietana, Marcin Pospieszalski. www.joachimmencel.com


Fotos:
Kasia Bortnik ©Emanuela Danielewicz
Adam Pieronczyk ©Ignacy Matuzewski


Kooperationspartner
Polnisches Institut Düsseldorf
 &
Kosmopolen

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