HomeProgrammSamstag, 31.05.14Trilok Gurtu Quartet

Trilok Gurtu Quartet

Datum: Samstag, 31.05.14
Ort: Stadthalle
Uhrzeit: ca. 21.00 Uhr

WDR 3 Mitschnitt

Trilok Gurtu

Trilok Gurtu (perc/voc)
Frederik Köster (trp)
Jesse Milliner (p,keyb)
Jonathan Ihlenfeld Cuniado (b)

Percussionlegende Trilok Gurtu präsentiert mit seinem Quartett eine Hommage an den großen Jazztrompeter und seinen Mentor, dem 1995 verstorbenen Don Cherry. Er war es, der in der ersten Hälfte der 70er Jahre den damals noch jungen, frisch aus seiner Heimat Indien nach Europa gereisten Percussionisten dazu ermunterte, seiner Vision einer intuitiven, gleichermaßen weltoffenen wie der Welt zugewandten Musik zu folgen und diese zu verwirklichen. Für Gurtu bedeutet Jazz eine Haltung, die es ihm ermöglicht, Gattungsgrenzen zu überwinden und die – auch emotionale – Quintessenz seiner Musik herauszuarbeiten: Jazz als universelle Sprache, die aller verschiedener Dialekte zum Trotz überall auf der Welt verstanden und gesprochen wird. Mit seiner Band gräbt er sich in die Geschichte der swingenden Musik der USA und spielt Stücke von stilbildenden Trompetern, die längst im Kanon des Jazz zu finden sind.

Trilok Gurtu (* 30. Oktober 1951 in Bombay) ist ein indischer Perkussionist und Sänger, der vor allem als Vermittler zwischen indischen und westlichen Musik-Traditionen berühmt geworden ist. Während man ihn Mitte der 1980er-Jahre als zugehörig zur Welt des Jazz gesehen hat, gilt er seit Mitte der 1990er Jahre als Vertreter der Weltmusik. Im 21. Jahrhundert sucht er mehr als zuvor die Zusammenarbeit mit Musikern aus seiner Heimat, bleibt dabei aber seiner Wahlheimat Hamburg treu.
Kindheit und Jugend

Trilok Gurtu wurde in eine musikalische Familie in Bombay hineingeboren. Seinen Großvater bezeichnet Gurtu als einen sehr guten Sitar-Spieler, sagt allerdings, dass dieser Großvater auf Auftritte verzichtet hat, da es aus finanzieller Sicht keine Notwendigkeit dafür gab. Seine Mutter, Shobha Gurtu dagegen trat mit ihrer Kunst, dem leichten klassischen, nordindischen Gesang, öffentlich auf. Sie gilt als die berühmteste Sängerin im halbklassischen Thumri-Stil.
Gurtu berichtete in mehreren Interviews, dass er in der Kindheit ständig Musik um sich herum hatte und dass er von seiner Umgebung zu musikalischen Übungen angehalten wurde. Bereits im Alter von fünf Jahren begann er, die Tablas zu spielen. Wichtige Anregungen kamen dabei von seinem älteren Bruder, Ravi, der sich vor ihm bereits auf die Perkussion verlegt hatte. Der Bruder brachte immer mal wieder auch Platten mit Latin-Musik ins Haus, und bereits als Kind versuchte Gurtu, die Conga-Parts aus den gehörten Latin-Stücken nachzutrommeln.

Im Jahr 1973, im Alter von 21 Jahren, verließ er Indien und reiste durch Europa, zuerst mit der Band Waterfront und später als Teil der Popmusik-Truppe von Rahul Dev Burman und der Filmmusik-Sängerin Asha Bhosle. Er lebte für einige Zeit in Italien und kehrte dann nach Indien zurück. Über diese Zeit sagt er: „Ich verstand es, Stücke von Hendrix auf den Tablas zu spielen, aber keiner kümmerte sich darum.“

Mitte der 80er ist Gurtu eine feste Größe in der Musikwelt. Neben seinen Auftritten mit Jazz-Künstlern zieht es ihn immer wieder zur Zusammenarbeit mit Vertretern der klassischen Musik, etwa den klavierspielenden Lebèque-Schwestern oder dem Cello-Virtuosen Yo-Yo Ma.
Im Jahr 1988 wurde der Gitarrist John McLaughlin auf Gurtu aufmerksam, als dieser zusammen mit Charlie Mariano bei einem Festival in Deutschland auftrat. Er lud ihn ein, das McLaughlin-Trio musikalisch zu ergänzen. Für vier Jahre war er fester Bestandteil von McLaughlins Band, inbegriffen waren mehrere Welttourneen und Albumeinspielungen. Daneben gab es in dieser Zeit Zusammenarbeit mit Joe Zawinul, Bill Laswell, Maria João, Gilberto Gil, Pharoah Sanders, Annie Lennox und Pat Metheny.

Etwa um das Jahr 1996 wandte sich Gurtu dem Weltmusik-Zirkel zu. Auf seinen Alben sind nun nicht vorwiegend Größen aus Jazz und Rock vertreten, sondern immer mehr auch in der populären Musikszene bekannte Künstler, die nicht dem westlichen Kulturkreis angehören.

 

Jesse MillinerJesse Milliner (* 1973 in Köln) ist ein deutscher Jazz-Keyboarder und Arrangeur. Er ist Hochschullehrer an der Hochschule für Musik Mainz.

Milliner erhielt im Alter von vier Jahren Violinenunterricht, ab 1983 war er Schüler der Rheinischen Musikschule in Köln mit dem Hauptfach Klavier, bevor er später auch Bass als zweites Hauptfach wählte. Von 1992 bis 1996 studierte er Jazzklavier an der Essener Folkwang Hochschule für Musik. Anschließend vertiefte er an der Musikhochschule Köln Jazzkomposition (1998–2001) sowie an der Filmakademie Baden-Württemberg Filmmusik und Sounddesign (1996–1999). An der Manhattan School of Music wurde er von Bob Mintzer und David Liebman unterrichtet. Mit der Dissertation „Exploring Musical Forms in Jazz“ hat er sich 2006 in Miami promoviert.

Milliner ist auch als Mitglied der Conexion Latina, der Dietrich Koch Big Band (Album Berlin Cookbook), der Andy Winter Group (Album delicate move) und von Reiner Witzels Venue hervorgetreten.

Er ist Träger des WDR-Jazzpreises 2007 für Komposition. Die Jury würdigte ihn als ein „erstaunlich reifes Talent“ mit großer Kenntnis der US-amerikanischen Tradition. Seine Vorliebe sei es, Thementeile zu wechselnden Sektionen der Big Band a cappella vortragen zu lassen. Milliner hat auch Kompositionen für den Film geschrieben.
Im Herbst 2007 hat er als Professor die Leitung der Abteilung Jazz und Populäre Musik an der Hochschule für Musik Mainz übernommen. Seit Februar 2011 ist er zugleich Prorektor der Hochschule.

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